Im September sollte man beginnen seine Wirtschaftsvölker aufzufüttern. Bei den Jungvölkern (JV) oder bei den Teilvölkern (Flugling und Brutling), die im Juli und August beim TuB entstanden sind, sollte man den Futtervorrat im Auge behalten und ggf. eine kleine Menge zufüttern, denn im Laufe des Septembers brauchen diese Völker noch Platz für ihr Brutnest, weshalb man diese Völker keineswegs auffüttern sollte. Es muss lediglich sicher gestellt werden das die Bienen 3-4 kg Futter haben. Das Auffüttern der Jungvölker steht erst im Oktober an.

Ende September ist es nun wieder Zeit, den Varroabefall zu erfassen.

Wie erfasse ich den Varroabefall?

Die einfachste, genauste und die Methode, mit geringstem Aufwand, ist die 3-tägige Gemülldiagnose mithilfe einer Varroawindel. Warum genau 3 Tage? In den 3 Tagen bekommt man einen zuverlässigen Durchschnittswert. Danach ist die Windel wieder zu entnehmen, damit die Ameisen sie nicht als zuverlässige Futterquelle einstufen und spätere Kontrollen verfälschen, indem sie die Milben von der Windel tragen. Falls nach 3 Tagen Ameisen auf der Windel herumlaufen, ist die Gemülldiagnose erneut durchzuführen, aber diesmal wird die Windel mit einem weißen Tuch ausgelegt, das in Öl getränkt wurde, damit die Ameisen nicht mehr auf die Windel gelangen. Das sollte man aber nur machen, wenn es nicht zu vermeiden ist, da am Öl die Ameisen und auch andere Insekten, die auf die Windel geraten, verenden werden. Die Gemülldiagnose kann nur zuverlässig funktionieren, wenn die Windel weiß ist und am Rand eine Aufkantung hat, damit keine Milben hinunterfallen können. Und es braucht einen Gitterboden, der vollständig offen ist, bis an die Zargen-Innenwand. Die Windel muss das Gemüll aus allen Waben vollständig und ungehindert auffangen können. Auf der Windel sollte man sich zur Orientierung Linien ziehen, an denen man sich beim Zählen orientieren kann. Beim Zählen hilft eine Sehhilfe z.B. eine Lupe mit Licht, denn die Milben sind sehr klein, um genau zu sein nur 1,1 Millimeter lang und 1,6 Millimeter breit und können somit schnell mit anderem Gemüll verwechselt werden oder darin nicht gut sichtbar „versteckt“ sein.

Wie Sie Varroa übers ganze Jahr im Griff haben und wissen, zu welchem Zeitpunkt welche Behandlung sinnvoll ist, erfahren Sie im Varroafahrplan.

Wann sollte behandelt werden?

Bei den Wirtschaftsvölkern (WV9 sollte der natürliche Varroatotenfall nicht über 5 Milben/Tag liegen. Wenn das doch der Fall sein sollte, ist eine Kurzzeitbehandlung mit Ameisensäure notwendig. Bei Temperaturen über 20°C empfiehlt sich noch die Verwendung des Liebigdispensers. Bei Temperaturen unter 20°C verdunstet die Ameisensäure im Liebigdispenser nicht gut, deshalb sollte man dann besser den FormicPro-Streifen benutzt. Alternativ ist es uns in Deutschland seit Oktober 2023 auch möglich, in einer brutarmen Phase Oxalsäure zu sublimieren. Das ist die bienenschonendste Behandlungsmethode. Nur gilt es hier zu beachten, dass die Oxalsäure nicht in die Brut wirken kann, somit sollte damit nur behandelt werden, wenn wenig verdeckelte Brut im Volk ist.

Bei den JV dürfen Ende September nicht mehr als 1 Milbe/Tag fallen, sonst ist eine Behandlung notwendig. Hier sollte man bei viel Brut mit dem Liebigdispenser arbeiten und bei wenig Brut bietet sich hier auch die bienenschonendste Behandlungsmethode an: Oxalsäure sublimieren.

Über die Einwinterung braucht man sich im September noch keine Gedanken zu machen, dies steht erst im Oktober an.