Für eine erfolgreiche Überwinterung sind 5 Dinge entscheidend:
- Wenig Varroa
- Genug Bienen
- Ausreichend Futter
- Junge Königin
- Saubere Waben
Wenig Varroa – dafür hat man den Grundstein schon früh im Jahr gelegt und im Spätsommer einen Großteil der Milben aus den Völkern geholt. Wie man es schaft, rechtzeitig den Varroabefall zu erkennen und wann was zu tun, ist erfahren Sie in den Monatsbetrachtungen Juli, August und September und in dem übersichtlichen Varroafahrplan.
Wenige Varroamilben im Oktober und während der Aufzucht von Winterbienen (beginnend ab Ende August) sind entscheidend für die Überwinterung. Wenn man im Frühjahr viele seiner Völker verloren hat, sollte man sein Varroakonzept dringend überdenken und nicht die Ursache an anderer Stelle suchen. Die Varroamilbe sorgt dafür, dass in Deutschland jährlich hunderttausende Bienenvölker sterben. Dieses sinnlose Völkersterben lässt sich definitiv vermeiden!
Anfang Oktober steht auch wieder eine Befallskontrolle der Bienenvölker an, wenn dies nicht Ende September geschehen ist. Wie das Erfassen des natürlichen Varroabefall sicher und gut gelingt, erfahren Sie in der Monatsbetrachtung Juli. Und wie hoch der natürliche Milbenfall zu dieser Jahreszeit sein darf, erfahren Sie im Varroafahrplan oder in der Monatsbetrachtung vom September.
Genug Bienen – Was sind genug Bienen für die erfolgreiche Überwinterung und wie erfasst man sie am besten? Es hat sich in langjährigen Versuchen gezeigt, dass ein Volk mit 5.000 gesunden Winterbienen gut überwintert. Wenn man sich unsicher ist, wie viele Bienen es sind oder ob es mehr als 5.000 Bienen sind, sollte man die Bienenmasse mit Hilfe der 8tel-Methode erfassen. Übungsbilder mit Lösungen finden Sie in der Rubrik 8-tel Methode. Ausschließliche das Zählen der Wabengassen gibt keinen zuverlässigen Aufschluss über die Volksstärke, daher ist darauf kein Verlass. Bei der 8-tel Methode teilt man die Wabe gedanklich in 8 Teil und stellt sich gedanklich vor, wie man alle Bienen zusammenschiebt. Dann zählt man die 8-tel auf jeder Wabenseite und rechnet anschließend die Anzahl der 8-tel zusammen. Diese Anzahl multipliziert man dann mit einem bestimmten Faktor für sein Rähmchenmaß und bekommt so eine relativ genaue Anzahl, wie viele Bienen im Volk sind. Für die Erfassung der Einwinterungsstärke ist die Anzahl der Brutzellen von keiner Bedeutung. Wenn man nun feststellt, dass es weniger als 5.000 Bienen sind, wählt man ein anderes Volk vom Bienenstand, welches vielleicht auch nicht stark genug ist und vereinigt beide Völker. Völker sollte man erst gegen Ende Oktober vereinigen, da die Bienen zu diesem Zeitpunkt die andere Königin bedingungslos akzeptieren. Oft liest man, dass man beim Vereinigen der Völker irgendwelche Vorkehrungen treffen muss, damit sich die Bienen nicht gegenseitig abstechen oder die andere Königin töten. Ideen wie zum Beispiel Zeitungspapier zwischen die Völker legen ist überflüssig, da sich die Bienen innerhalb von ein paar Minuten durchgefressen haben. Deswegen gilt: Vereinigen erst Ende Oktober und nicht früher!
Ausreichend Futter – Jetzt im Oktober sollte man seine Völker abschließend auffüttern. Die einzargigen Völker sollten 15kg Futter für die Überwinterung haben und die zweizargigen Völker 20kg Futter. Ich gebe meinen Völkern damit etwas mehr Futter, als sie eigentlich für die Überwinterung benötigen. Dadurch brauche ich mir dann im Frühjahr weniger Gedanken um zu wenig Futter zu machen und ich bin im April in der vorteilhaften Lage, Futterwaben entnehmen zu können, um damit ab Mitte/Ende April Ableger zu bilden.
Junge Königin – Die Königinnen sollte man regelmäßig austauchen, denn je älter eine Königin ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Frühjahr ausfällt. Um also drohnenbrütigen Völkern im Frühjahr vorzubeugen, tausche ich meine Königinnen jährlich aus. Den Punkt „junge Königin“ kann man sehr gut mit dem Punkt „genug Bienen“ verbinden, denn wenn man zwei Völker vereinigt, die zu schwach sind (weniger als 5.000 Bienen), kann man eine Königin „ernten“, die man dann dafür benutzt, um seine WV umzuweiseln. Oder man entscheidet sich bewusst gegen eine Königin, weil die Bienen von der Königin unruhiger oder nicht sanftmütig sind, dann sollte man diese Königin abdrücken. Beim Thema junge Königin bietet das Verfahren Teilen und Behandeln (TuB) einen riesigen Vorteil (ausführliche Beschreibung von TuB finden Sie hier.). Denn es wurde im Brutling eine neue Königin aufgezogen, somit hat man für jede seiner alten Königinnen eine neue und man kann Flugling mit Brutling einfach vereinigen und die junge Königin erhalten. In der Regel ist dies aber aufgrund der Volksstärke nicht notwendig, da Brutling und Flugling häufig so stark sind, dass sie getrennt eingewintert werden können.
Was tun, wenn man die Königinnen nicht sieht?
Wenn man Königinnen in der Bienenmasse nicht sehen kann, dann kann man die beiden Völker auch einfach aufeinandersetzen und die Bienen entscheiden sich dann für eine Königin. Es hat sich gezeigt, dass die Königin, die im oberen Brutraum sitzt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 2/3 angenommen wird, unabhängig von der Volksstärke.
Saubere Waben – Für saubere Waben hat man bei der Wabenhygiene im August oder beim TuB im Juli/August gesorgt, denn saubere Waben reduzieren die Last von möglichen Krankheitserregern, die sich in den alten Brutwaben angesammelt haben könnten. Alte Waben im Bienenvolk erhöhen das Risiko, dass das Bienenvolk erkrankt und so geschwächt wird oder stirbt.
Im Oktober, wenn die Bienen aufgrund der Kälte tagsüber nicht mehr fliegen, ist es zudem Zeit, die Mäusegitter anzubringen. Es empfiehlt sich ein Mäusegitter mit der Maschenweite von 6,3 mm, damit auch Spitzmäuse draußen bleiben. Fluglochkeile sind nicht sinnvoll, da die Mäuse sich den Eingang mit ihren Zähnen vergrößern, um ins Volk zu gelangen. Zudem verengt der Fluglochkeil das Flugloch stark, sodass ein paar wenige tote Bienen ausreichen, um das Flugloch zu verstopfen. Das hat zur Folge, dass das Volk verbraust, da die Bienen nicht mehr rauskommen.
