Einfach Imkern mit dem richtigen Beutensystem!

Meine Anfangszeit ist geprägt vom Wechseln der Beutensysteme. Drei Jahre geimkert in drei verschiedenen Beuten. Ich habe das Beutensystem jedes Mal gewechselt, weil mich mal wieder was anderes gestört hat. Und ich gemerkt habe, dass ein anderes System besser ist. Wichtig für mich ist, dass man alle Arbeiten, die für das Wohlergehen der Bienen notwendig sind, einfach, praktisch und tierfreundlich erledigen kann. Mittlerweile habe ich endlich für mich das perfekte Beutensystem gefunden, das diese Kriterien erfüllt. Seit nun ein paar Jahren imkere ich zufrieden auf Zander in der Liebigbeute. Über das Beutensystem, auf dem man imkern möchte, sollte man sich lange und ausführlich informieren, denn aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Umstieg zwar möglich ist, aber dieser mit viel Arbeit und Kopfzerbrechen verbunden ist.

Um anderen das Prozedere zu ersparen, möchte ich an dieser Stelle ausführlich über das Thema Beuten und Rähmchensystem informieren. Um eins vorab klarzustellen: Die Bienen sind äußerst flexibel und ihnen ist es vollkommen egal, in welcher Beute sie gehalten werden! Ob die Königin auf einer großen Wabe ihr Brutnest anlegt oder ob sie es auf vielen kleinen anlegt oder die Bienen in einer Holzbeute oder in einer Styroporbeute sitzen, ist ihnen völlig egal und hat nachweißlich keine Auswirkungen auf die Entwicklungsdynamik der Bienen! Wichtig ist nur, dass der Imker gut damit arbeiten kann und die Aufgaben ausführen kann, die wichtig für das Wohlergehen und die Gesundheit der Bienen sind.

Wichtige Kriterien für die richtige Beute, um darin einfach imkern zu können, sind:

  1. Durchgehende Griffleisten
  2. Kein Falz/Aufkantung (verhindert das Ziehen und Schieben der Zargen)
  3. Beuten aus Holz
  4. Rutschleisten, die das Einrasten der Zargen ermöglicht
  5. Einfach gebaute Beuten
  6. Offener Gitterboden
  7. Rähmchen, das man gut greifen und halten kann
  8. Gleiches Rähmchenmaß für Brut- und Honigraum

Durchgehende Griffleisten – Durch die durchgehenden Griffleisten hat man die Möglichkeit, dass in der Zarge unterschiedlich verteilte Gewicht komfortabel greifen zu können und die Zarge somit einfach tragen zu können. Bei den allermeisten Beuten gibt es aber nur in der Mitte eine Griffmulde, die erstens sehr unhandlich zum Greifen ist und oft ihre Position nicht passt, um die Zarge gut tragen zu können.

Kein Falz/Aufkantung – Diese sind besonders während der Schwarmzeit hinderlich. Anfangs habe ich in der Segebergerbeute auf Deutsch Normal Maß geimkert und habe sehr schnell gemerkt, dass man mit so einer Falz/Aufkantung nicht gut und vor allen Dingen nicht einfach imkern kann, denn sie verhindert, dass man für die Kippkontrolle die Zargen aufeinander ziehen und schieben kann. Denn für die Kippkontrolle muss man den oberen Brutraum ankippen und auf dem unteren Brutraum ein Stück zu sich ziehen, damit man von unten in die Wabengassen schauen kann.

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Lässtige Aufkantung!

Das wird aber durch eine Falz/Aufkantung verhindert. Somit muss man die Zarge hochheben und wo anders draufstellen. Dies bedeutet mehr Zeitaufwand und eine weiter körperliche Anstrengung, da man die Zargen vollständig abheben und danach wieder draufstellen muss. Es macht also Sinn, seine Arbeitstätigkeiten so einfach wie nur möglich zu gestalten, um nicht unnötig Zeit und Kraft zu verbrauchen. Man sollte sich also für eine Beute ohne Falz/Aufkantung entscheiden, zum Beispiel für die Zanderbeute. Diese hat noch viele weitere praktische Vorteile, auf die im Folgenden noch weiter eingegangen wird.

Beuten aus Holz –  Dass die Beuten aus Holz sein sollten, hat viele verschiedene Gründe. Der wichtigste ist, dass Holz deutlich robuster ist als Styropor, denn die Holzbeuten werden nicht so leicht beschädigt. Ein weiterer Vorteil für Holzbeuten ist, dass man sie einfach und selbst reparieren kann. Wenn zum Beispiel ein Specht über den Winter ein Loch in die Beute geschlagen hat, kann man die Stelle einfach mit einem Bohrer ausbohren und ein neues Stück Holz einsetzen. Klimaschutztechnisch ist Holz auch wesentlich besser als Styropor, da es ein nachwachsender Rohstoff ist. Zudem sind Holzbeuten einfach zu desinfizieren, indem man sie mit einem Gasbrenner abflämmt. Das ist besonders von Vorteil, wenn die amerikanische Faulbrut in den Völkern gefunden wird und man sein Imkerequipment reinigen muss. Bei Styroporbeuten kann man nicht einfach mit dem Gasbrenner ran, die müssen aufwendig in Natronlauge ausgekocht werden.

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Eine dünne angebrachte Rutschleiste verhindert das Rutschen der Zargen, aber ein kippen und ziehen der Zarge ist immernoch möglich.

Rutschleisten – Im Gegensatz zu dem Falz/Aufkantung sind Rutschleisten an der Unterseite der Zargen sinnvoll, da sich dadurch die Zargen ineinander verhaken und nicht rutschen können aber dennoch die Kippkontrolle durchgeführt werden kann. Dies ist außerdem hilfreich, wenn man mehrere Zargen trägt oder sie im Auto transportiert.

Offener Gitterboden –  Ein offener Gitterboden ist unerlässlich für die Kontrolle des Varroamilbenbefalls. Eine richtige Erfassung des Varroamilbenbeffalls ist ausschlaggebend für das Überleben des Bienenvolks! Der Gitterboden muss es ermöglichen, dass das Gemüll aus allen Wabengassen in die Varroaschublade, auch Varroawindel genannt, fallen kann. Für die Varroawindel sollte der Boden zudem eine Schiene haben, in der man sie einschieben kann. Der Gitterboden hat noch einen weiteren Vorteil: Tote Bienen trocknen gut, sodass die Bienen den Totenfall nach dem Winter leicht ausräumen können. Es ist also nicht nötig, im Frühjahr zu seinen Völkern zu fahren, um die Böden zu reinigen. Bei einem geschlossen Gitterboden würden die Bienen zu einer verrottenden Masse werden, welche von den Bienen nach dem Winter nicht beseitigt wird.

Offener Gitterboden Liebig Zander
Ein offener Gitterboden ist unerlässlich.

Rähmchen –  Ein Rähmchen, dass man gut greifen und halten kann, danach habe ich gesucht und mein Beutensytem wieder gewechselt. Ich habe von Deutsch Normal (DN) auf Zander gewechselt, da mich die kurzen Ohren der DN-Rähmchen gestört haben: Sie waren so kurz, dass man daran das Rähmchen nicht gut greifen konnte. Bei Zander sind die Ohren doppelt bis dreimal so lang wie bei DN und damit deutlich besser und angenehmer zum Anfassen.

Gleiches Rähmchenmaß für Brut- und Honigraum –  Um mit den Rähmchen einfach Imkern zu können, ist es unerlässlich, dass man dasselbe Rähmchenmaß sowohl im Brutraum als auch im Honigraum verwendet. Wenn man zwei verschiedene hat, wird alles nur unnötig kompliziert und man kann nicht mehr so einfach Krankheiten vorbeugen. Denn um Krankheiten vorzubeugen, werden jährlich 50% der Waben im Brutraum ausgetauscht: Um das einfach hinzubekommen, nimmt man im Herbst einen Teil der Waben, die das Bienenvolk im Frühjahr für den Honigraum ausgebaut hat. Dieses einfache Prinzip kann man aber nicht anwenden, wenn das Rähmchen im Honigraum kleiner ist als das im Brutraum.

 

Kurz zusammengefasst: Das Rähmchenmaß und die Beute sollten nach den Kriterien ausgesucht werden, wodurch man die Gesundheit des Bienenvolks gewährleisten kann. Dazu zählt vor allen Dingen ein offener Gitterboden und ein einheitliches Rähmchenmaß für Brut- und Honigraum. Meiner Meinung nach ist die Zanderbeute die beste Beute: Sie erfüllt alle acht oben genannten Punkte und ist in Deutschland sehr weit verbreitet.