Amerikanische Faulbrut (AFB)

Die Amerikanische Faulbrut ist eine Anzeigepflichtige Bienenseuche. Ein Verdacht des Ausbruchs der AFB liegt dann vor, wenn bei einem Bienenvolk  ein AFB verdächtiges Erscheinungsbild festgestellt wird oder ein positiver Sporennachweis im Labor Ergebnis einer bakteriologischen Untersuchung ist. Ein Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut liegt erst dann vor, wenn sowohl der klinische Befund als auch der positive Erregernachweis erbracht sind. Ist zum Beispiel das Ergebnis einer Futterkranzprobe positiv, aber es liegen keine klinischen Symptome vor, gilt die AFB als nicht ausgebrochen. Dennoch ist es in so einem Fall sinnvoll Maßnahmen in Abstimmung mit dem Veterinäramt zu ergreifen, damit ein Ausbruch und eine Verbreitung verhindert werden kann. 

Woran erkenne ich die Amerikanische Faulbrut?

Die spezifischen AFB Symptome bei einer klinischen Untersuchung sind „fadenziehende braune Masse“ und/oder festsitzende schwarze Schorfe in der Zellrinne“. Beispielbilder zu den klinischen Erscheinungsbildern finden Sie im Praxisleidfaden zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut. Link zum kostenfreien Download des Praxisleidfaden zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut: https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/bienenkunde/informationsmaterial/krankheiten-bienenvergiftungen-und-pflanzenschutzmittel-166494.html

Grundsätzlich muss man Tierseuchen und deren Verdacht unverzüglich und ohne schuldhafte Verzögerung an das zuständige Veterinäramt melden. Wer die Tierseuche garnicht oder nicht unverzüglich anzeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Wie beuge ich dem Eintrag von Sporen bzw. einem Ausbruch vor?

Um einen Sporeneintrag zu verhindern / zu minimieren:

  1. kaufe, verkaufe und wandere ich Völker nur mit einer gültigen amtstierärztlichen Bescheinigung (Gesundheitszeugnis)
  2. melde ich meine Völker und Bienenstände beim zuständigen Veterinäramt, sowie in NRW bei der Tierseuchenkasse 
  3. vermeide ich Räuberei am Bienenstand (z.B. durch kleine Fluglöcher bei Jungvölkern & Ablegern, Füttere nur Abends und mit besonderer Vorsicht, lasse auf garkeinen Fall Waben oder sogar die Schleuder draußen von Bienen „putzen“)
  4. betreibe Wabenhygiene
  5. sorge ich dafür, dass meine Völker stark sind, eine junge Königin haben und mit ausreichend Futter auf jungen Waben sitzen 
  6. vermeide ich die Belastung der Völker durch andere Krankheiten oder Parasiten z.B. der Varroamilbe

Um eine Erkrankung rechtzeitig zu erkennen:

  1. beobachte ich die Brut genau 
  2. lasse ich Jährlich Futterkranzproben von einem Bienensachverständigen (BSV) ziehen, denn nur dann weiß ich, dass meine Bienen keine AFB haben
Gezogene Futterkranzproben zur AFB Untersuchung mit Probenbegleitschein
Futterkranzproben

Warum lasse ich jährlich Futterkranzproben ziehen?

Vor dem Eintrag von AFB-Sporen durch Räuberei ist niemand zu 100% sicher. Zwar versuche ich den Eintrag von Sporen zu minimieren beziehungsweise zu verhindern, doch man kann einen Eintrag nie ausschließen. Deshalb lasse ich zu meiner eigenen Beruhigung, jährlich Futterkranzproben von einem Bienensachverständigen ziehen. Zudem kann ich mit einem negativem Laborergebnis eine amtstierärztliche Bescheinigung beantragen, mit der ich dann Völker wandern oder verkaufen kann. Eine amtstierärztliche Bescheinigung muss man nur dann vorweisen können, wenn man Völker oder Bienen verkauft. Für den Honigverkauf ist eine amtstierärztliche Bescheinigung nicht nötig.

Eine reine klinische Untersuchung ist nicht ausreichend, da die klinischen Verdachtssymptome erst bei einem Ausbruch der AFB auftreten und in der Regel erst spät erkannt werden, wenn sich die AFB im Bienenvolk stark verbreitet hat. Die AFB hat zwei verschiedene Erregertypen, ERIC I und ERIC II. Diese beiden Erregertypen haben ein unterschiedliches Erscheinungsbild, bei ERIC I sind fadenziehende abgestorbene Larven in verdeckelten oder in von den Bienen geöffneten Brutzellen und/oder festsitzende Schorfe in der unteren Rinne der Brutzellen sehr wahrscheinlich. Wohingegen bei ERIC II fadenziehende Larven oder festsitzende Schorfe äußerst selten auftreten, da ERIC II junge Larven befällt und diese schnell von den Bienen ausgeräumt werden, sodass man keine klinischen Symptome erkennen kann. 

Daher ist es wichtig jährlich Futterkranzproben von seinen Bienenvölkern ziehen zu lassen, damit man sicher sein kann, dass man keine AFB verteilt.