Ableger Bildung
Wann und warum man Ableger bilden sollte.
Im April wird es auch Zeit, die ersten Ableger zu bilden, um der Schwarmstimmung entgegenzusteuern. Ich bilde die ersten Ableger ca. 2 Wochen nach dem Aufsetzen der Honigräume und dann immer im Abstand von 2-3 Wochen bis Mitte/Ende Juli. Es sollten nur Völker vermehrt werden, die sanftmütig sind. Wenn man keine sanftmütigen Bienen hat oder nicht alle sanftmütig sind, bildet man Sammelbrutableger. In diesem werden Brutwaben gesammelt und Larven aus einem sanftmütigen Volk gegeben. Wenn dann die Königinnen aufgezogen wurden, wird das Volk aufgeteilt. Mehr über die Bildung von Sammelbrutablegern erfahren Sie in der Rubrik „Imkern mit Verstand“.
Wie werden Ein-Brutwabenableger gebildet?
Es hat sich gezeigt, dass es am sinnvollsten ist, Ableger mit 1 Brutwabe zu bilden. Die entnommene Brutwabe wird durch eine Mittelwand ersetzt. Auf dieser Brutwabe sollte mindestens die Hälfte der Wabenseite mit Bienen besetzt sein und 6/8 verdeckelte Brut auf beiden Seiten sein. Zudem müssen ein paar junge Larven, also maximal 2 Tage alt oder Eier auf der Wabe sein, 5 Stück reichen aus. Auf garkeinen Fall darf sich auf dieser Wabe die Königin befinden! Auf diese Weise werden Ableger, die bis Ende Mai gebildet werden, stark genug für die Einwinterung und sie haben deutlich weniger Varroen als Ableger, die mit mehreren Brutwaben gebildet wurden. Die Brutwabe wird direkt an die Zargenwand gehangen, daneben dann eine Mittelwand und daran eine Futterwabe mit ca. 2kg. Diese drei Waben muss man mit Pinwandnadeln fixieren, damit sie beim Transport nicht verrutschen. Der neue Ableger muss mindestens 3 km entfernt aufgestellt werden, damit die Flugbienen nicht zurück fliegen. Am neuen Stand wird das Flugloch direkt geöffnet, aber nur einen Finger breit, sodass zwei Bienen gleichzeitig durchkönnen! Wer das Flugloch größer aufmacht, riskiert Räuberei!
Kontrolle der Ableger 4 Wochen nach der Bildung
4 Wochen nach der Bildung wird der Ableger kontrolliert, ob die Königin in Eilage ist. Solange keine begattete Königin im Ableger ist, darf dieser unter keinen Umständen flüssig gefüttert werden, sonst bricht Räuberei aus. Bienen verteidigen ihr Bienenvolk erst, wenn eine begattete Königin im Volk ist. Wenn die Königin also begattet ist, wird sie gezeichnet, die Bienen mit Oxalsäure eingesprüht, mit einer neuen Mittelwand erweitert und wenn nötig gefüttert. Wenn man Ableger erweitert, geschieht dies immer durch eine Mittelwand, die zwischen die letzte Brutwabe und die Futterwabe gehangen wird.
Weitere Pflege der Ableger
Ableger können sich in der Regel nicht selbst versorgen, deswegen muss man sie regelmäßig füttern. Ich schaue deswegen alle 2 Wochen bei meinen Ablegern vorbei. Die Ableger sollten immer 2 kg Futter haben. Wenn man füttert, dann immer fluglochfern und am besten in einem Milchbeutel oder ähnlichem, denn dann läuft man nie Gefahr durch zu viel Futter das Brutnest einzuengen.
