Im November herrscht weitgehend Ruhe am Stand. Nur noch bei sonnigem Wetter zeigen sich gelegentlich einige Bienen vor dem Flugloch. Für die Überwinterung der Völker ist es sehr wichtig, dass der Gitterboden nicht verschlossen wird. Denn bei offenem Gitterboden können die toten Bienen einfach abtrocknen, sodass das Volk die toten Bienen bei warmen Temperaturen einfach ausräumen kann. Der offenen Gitterboden erspart uns dadurch zudem das Saubermachen der Böden im Frühjahr. Lediglich für eine kurze Kontrolle des Varroabefall wird zwischen Ende November und Mitte Dezember für drei Tage eine Varroawindel eingeschoben. Liegt der Wert unabhängig von Volkstyp (Wirtschaftsvolk oder Jungvolk) über 1 Milbe/Tag sollte man eine Restentmilbung durchführen, um ins neue Jahr mit möglichst wenig Milben zu starten. Im November empfiehlt es sich bei etwas wärmeren Temperaturen über 5°C Oxalsäure zu sublimieren. Andernfalls kann man bei sehr kalten Temperaturen im Dezember Oxalsäure träufeln.
Wie erfasse ich den Varroabefall?
Die einfachste, genauste und die Methode, mit geringstem Aufwand, ist die 3-tägige Gemülldiagnose mithilfe einer Varroawindel. Warum genau 3 Tage? In den 3 Tagen bekommt man einen zuverlässigen Durchschnittswert. Danach ist die Windel wieder zu entnehmen, damit die Ameisen sie nicht als zuverlässige Futterquelle einstufen und spätere Kontrollen verfälschen, indem sie die Milben von der Windel tragen. Falls nach 3 Tagen Ameisen auf der Windel herumlaufen, ist die Gemülldiagnose erneut durchzuführen, aber diesmal wird die Windel mit einem weißen Tuch ausgelegt, das in Öl getränkt wurde, damit die Ameisen nicht mehr auf die Windel gelangen. Das sollte man aber nur machen, wenn es nicht zu vermeiden ist, da am Öl die Ameisen und auch andere Insekten, die auf die Windel geraten, verenden werden. Die Gemülldiagnose kann nur zuverlässig funktionieren, wenn die Windel weiß ist und am Rand eine Aufkantung hat, damit keine Milben hinunterfallen können. Und es braucht einen Gitterboden, der vollständig offen ist, bis an die Zargen-Innenwand. Die Windel muss das Gemüll aus allen Waben vollständig und ungehindert auffangen können. Auf der Windel sollte man sich zur Orientierung Linien ziehen, an denen man sich beim Zählen orientieren kann. Beim Zählen hilft eine Sehhilfe z.B. eine Lupe mit Licht, denn die Milben sind sehr klein, um genau zu sein nur 1,1 Millimeter lang und 1,6 Millimeter breit und können somit schnell mit anderem Gemüll verwechselt werden oder darin nicht gut sichtbar „versteckt“ sein.
Wie Sie Varroa übers ganze Jahr im Griff haben und wissen, zu welchem Zeitpunkt welche Behandlung sinnvoll ist, erfahren Sie im Varroafahrplan.
Warum heißt es „Restentmilbung“?
Der Begriff „Restentmilbung“ ist mit Bedacht gewählt, denn man hat jetzt nur noch die Möglichkeit, die restlichen Milben aus den Völkern zu holen. Ein Volk jetzt mit einer Behandlung retten zu wollen, ist verfehlt, denn die Winterbienen wurden bereits aufgezogen und sind durch einen zu hohen Varroabefall geschädigt. Ihre Lebenszeit hat sich dadurch sehr stark verringert, als Folge wird das Volk den Winter nicht überstehen oder sehr schwach auswintern. Die Restentmilbung bietet nur noch die Möglichkeit, für das nächste Jahr vorzusorgen, damit das Volk mit wenig Milben starten kann.
Ansonsten ist jetzt Zeit für Weiterbildungen, einen Rückblick, was gut lief und was nicht, was man nächstes Jahr vielleicht anders oder besser machen kann und Planung des nächsten Jahres.
