Im Mai wird vielerorts der Frühjahrshonig geerntet. Dies geschieht meistens kurz bevor die Akazie anfängt zu blühen, denn mit ihr beginnt die Sommertracht.

Die Völker müssen weiterhin auf Schwarmstimmung kontrolliert werden und der Schwarmstimmung muss entgegengewirkt werden durch Ablegerbildung, Erweiterung durch Honigräume und Drohnenrahmen schneiden. Ist der letzte Honigraum schon zu 2/3 voll und es wird noch Tracht erwartet, sollte man einen zweiten Honigraum aufsetzen.

Schwarmkontrolle

Ob und wie lange Bienenvölker in Schwarmstimmung sind, kann der Imker durch seine Tätigkeiten maßgeblich beeinflussen. Die Sammelleistung und das Schwarmverhalten von Bienenvölkern hängen zusammen, denn starke Völker sammeln viel Nektar und wollen in der Regel auch schwärmen. Das Schwarmverhalten sowie auch die Sammelleistung lassen sich viel einfacher durch die Völkerführung beeinflussen als durch gezielte Zucht. Erst ab der Kirschenblüte geraten Bienenvölker, wenn sie vorher richtig geführt wurden, in Schwarmstimmung, deswegen muss man ab sofort alle 7 Tage seine Völker auf Schwarmlust kontrollieren. Wer dies nicht tut oder nicht konsequent durchführt, riskiert einen Schwarmabgang. Wenn dieser Schwarm dann nicht gefangen wird, stirbt er auf jeden Fall! Er fällt dem Varroatot zum Opfer! Es gibt keinen belegten Beweis dafür, dass ein Schwarm in freier Wildbahn lebt! Vielmehr zeigen Studien das Gegenteil, dass die durchschnittliche Lebenserwartung für ein Bienenvolk in der Natur bei nur 7 Monaten liegt!

Warum genau im 7 Tage Rhythmus?

Das Bienenvolk schwärmt erst, wenn die erste Schwarmzelle verdeckelt ist. Nun muss man die Entwicklungszeiten einer Königin kennen. Diese kann man sich ganz einfach durch folgenden Spruch merken: „3-5-8 und die Königin ist gemacht“. Das bedeutet also, dass das Volk nach 8 Tagen seit der letzten Kontrolle schwärmen könnte. Deswegen kommt man einen Tag vorher am 7. Tag. Wenn man seine Bienenvölker mit 2 Bruträumen führt, kann man die Kippkontrolle durchführen und viel Zeit und Arbeit sowie den Bienen viel Stress sparen. Warum die Kippkontrolle Zeit erspart, erfahren Sie in der Rubrik „Imkern mit Verstand“. Die Kippkontrolle funktioniert ohne Wabenziehen. Man kippt den oberen Brutraum einfach nach vorne und schaut sich die Wabenunterseite an. Dabei prüft man folgende Punkte:

  1. Schwarmstimmung?
  2. Drohnenrahmen schneidereif?
  3. Welche Wabe ist für die Ablegerbildung geeignet?

Schwarmstimmung herrscht dann, wenn mindestens ein Spielnäpfchen bestiftet ist. Dann muss man das gesamte Bienenvolk kontrollieren. Dazu sollten nun alle Waben abgeschüttelt werden, denn die Bienen verdecken die Schwarmzellen häufig. Deswegen ist es unumgänglich die Waben abzuschütteln, um sicher zu gehen, dass man auch jede Schwarmzelle gesehen hat. Wichtig: Alles genau durchschauen, denn wenn man nur eine Zelle übersehen hat, schwärmt das Volk!

Drohnenrahmen müssen geschnitten werden, wenn sie komplett verdeckelt sind. Das kann man sehr gut von unten beurteilen, denn erst wenn die Drohnenzellen verdeckelt sind, befinden sich auch die Varroamilben in den Zellen.

Wie man Ableger richtig, einfach und mit wenig Varroamilben bildet, wird in der Rubrik Ableger Bildung oder Völkervermehrung in vier Schritten ausführlich beschrieben.

Jetzt im Mai werden die Ableger, die im April gebildet wurden, kontrolliert.

  1. Ist die Königin begattet?
  2. Brauchen die Bienen mehr Platz?
  3. Brauchen sie etwas Futter?

Solange keine begattete Königin im Ableger ist, darf dieser unter keinen Umständen flüssig gefüttert werden, sonst bricht Räuberei aus. Bienen verteidigen ihr Bienenvolk erst, wenn eine begattete Königin im Volk ist. Wenn die Königin also begattet ist, wird sie gezeichnet, die Bienen mit Oxalsäure eingesprüht, mit einer neuen Mittelwand erweitert und wenn nötig gefüttert. Wenn man Ableger erweitert, geschieht dies immer durch eine Mittelwand, die zwischen die letzte Brutwabe und die Futterwabe gehangen wird. Ableger können sich in der Regel nicht selbst versorgen, deswegen muss man sie regelmäßig füttern. Ich schaue deswegen alle 2 Wochen bei meinen Ablegern vorbei. Die Ableger sollten immer 2 kg Futter haben. Wenn man füttert, dann immer fluglochfern und am besten in einem Milchbeutel oder ähnlichem, denn dann läuft man nie Gefahr durch zu viel Futter das Brutnest einzuengen. Sollte das Volk weisellos und noch nicht drohnenbrütig sein, wird es mit einem anderen Volk vereinigt.